Zentrum für Graduiertenstudien

Konferenzbericht: Postersession des Berliner Methodentreffs
Datum: 24.–25. Juli 2026
Von: Lena Reichstetter

Dank der Förderung durch das ZGS konnte ich in diesem Sommer erstmals am Berliner Methodentreffen Qualitative Forschung (BMT) teilnehmen.
Das BMT ist die größte und bekannteste deutschsprachige Veranstaltung im Bereich der qualitativen Sozial- und Bildungsforschung. Es wird seit
über 20 Jahren jährlich vom Institut für Qualitative Forschung an der Freien Universität Berlin ausgerichtet und richtet sich vorrangig an Nachwuchsforschende, die in ihren Qualifikationsarbeiten mit qualitativen Methoden arbeiten. Die Tagung dient dem fachlichen Austausch, der wissenschaftlichen Vernetzung und der
Orientierung im Feld. Insbesondere das Format „Meet the Editor" eröffnet eine niedrigschwellige Gelegenheit, mit Fachzeitschriften und Verlagen über mögliche
Veröffentlichungen ins Gespräch zu kommen. Die parallel stattfindenden Forschungswerkstätten bieten zudem die Möglichkeit, eigenes Material vor Ort
auszuwerten oder in einen vertieften methodologischen Austausch mit zentralen Vertreter:innen der qualitativen Sozialforschung zu treten.
Neben der aktiven Teilnahme an zwei Forschungswerkstätten zur objektiven und wissenssoziologischen Hermeneutik war es mir besonders wichtig, mein
Dissertationsvorhaben im Rahmen der diesjährigen Postersession vorzustellen und mit einem fachkundigen Publikum zu diskutieren. Ungeplant, aber überaus bereichernd war der Austausch mit Editor:innen verschiedener Fachjournale, aus dem sich voraussichtlich meine erste methodologische Publikation ergeben wird – eine Gelegenheit, die sich ohne dieses Format vermutlich nicht geboten hätte.
Im Rahmen der Postersession präsentierten insgesamt rund 30 Promovierende ihre Forschung und erste Ergebnisse; die Poster waren im ersten Stock der Rostlaube der Freien Universität Berlin ausgestellt. Die Diskussionen an den Pinnwänden waren angeregt und aufschlussreich: Viele Teilnehmende interessierten sich für den methodischen Aufbau und die methodologischen Grundannahmen meiner Forschung, diskutierten Fragen der impliziten Wissensvermittlung und halfen mir, meine Begrifflichkeiten und mein methodisches Vorgehen weiter zu schärfen.
Auch wenn mein Poster bei der anschließenden Preisverleihung keine Prämie erhielt, war der Austausch mit den zahlreichen interessierten Peers eine echte Bereicherung für meine weitere Arbeit und half mir, bestehende Konkretisierungslücken sowie offene Suchbewegungen für meine weitere Forschung sichtbar zu machen.