Zentrum für Graduiertenstudien

Frau Annika Nähring

Wirtschaftswissenschaften

Frau  Annika Nähring

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Team

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Biografie

Bachelor of Engineering Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik (2017-2021) und Master of Science Wirtschaftsingenieurwesen Energie und Ressourcenmanagement (2021-2023) an der TH Köln. Von 2019 bis 2026 im Produktmanagement tätig gewesen und seit 2026 im Strategy Management in der Elektroinstallationsbranche. Promotion (extern) seit Oktober 2025.

 

Titel und Abstract des Dissertationsprojekts:
 

Circular Economy in der Elektroinstallationsbranche: Treiber, Hemmnisse und organisationale Transformationsprozesse in einem hochregulierten industriellen Umfeld

Die Transformation zu einer Circular Economy (CE) gilt als wesentlicher Ansatz zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, zur Verringerung von Umweltbelastungen und zur langfristigen Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit. Während zirkuläre Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsprozesse in verschiedenen Industriezweigen zunehmend an Bedeutung gewinnen, steht ihre Umsetzung in der Elektroinstallationsbranche noch am Anfang. Insbesondere die hohen Anforderungen an Produktsicherheit, technische Zuverlässigkeit und regulatorische Konformität stellen Unternehmen vor spezifische Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen verlängerte Produktlebenszyklen, Wiederverwendung, Reparaturfähigkeit und geschlossene Materialkreisläufe neue Potenziale für eine nachhaltigere industrielle Wertschöpfung.

Ziel der Dissertation ist es, die Treiber, Hemmnisse und organisationalen Mechanismen der Circular-Economy-Transformation in der deutschen Elektroinstallationsbranche systematisch zu untersuchen und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für eine branchenweite Implementierung zirkulärer Wertschöpfungsstrategien zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen technischen, institutionellen und organisationalen Bedingungen Unternehmen Circular-Economy-Prinzipien aufgreifen, in bestehende Strukturen integrieren und in konkrete betriebliche Maßnahmen überführen.

Die kumulativ angelegte Dissertation verbindet hierzu theoretische und empirische Forschungsansätze in drei aufeinander aufbauenden Untersuchungen.

Im ersten Forschungsschritt werden auf Basis einer systematischen Literaturrecherche die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Einführung zirkulärer Wirtschaftsweisen identifiziert und hinsichtlich ihrer Relevanz für die Elektroinstallationsbranche analysiert. Dabei werden insbesondere regulatorische Anforderungen, technische Rahmenbedingungen, Marktstrukturen und organisationale Voraussetzungen berücksichtigt. Die Untersuchung schafft eine theoretische Grundlage zur Erklärung branchenspezifischer Transformationsbedingungen.

Der zweite Forschungsschritt untersucht mittels qualitativer Experteninterviews mit Unternehmen der deutschen Elektroinstallationsbranche, wie Circular Economy auf organisationaler Ebene wahrgenommen, bewertet und umgesetzt wird. Im Fokus stehen die individuellen und organisationalen Motivationen, bestehende Veränderungsbereitschaften sowie interne und externe Einflussfaktoren. Dabei wird auf institutionelle und evolutorische Theorieansätze zurückgegriffen und analysiert, wie Unternehmen regulatorische Anforderungen, etablierte Sicherheitslogiken und wirtschaftliche Interessen interpretieren und in strategische sowie operative Entscheidungen übersetzen. Ziel ist es, die Mechanismen zu identifizieren, die eine tatsächliche Transformation begünstigen oder verhindern.

Aufbauend auf den theoretischen und empirischen Erkenntnissen widmet sich der dritte Forschungsschritt der Entwicklung eines praxisorientierten Lösungsansatzes zur Überwindung identifizierter Implementierungshemmnisse. Im Mittelpunkt stehen die Förderung organisationaler Veränderungsbereitschaft, die Stärkung intrinsischer Motivation sowie die Entwicklung branchenübergreifender Kooperations- und Governance-Strukturen. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen sollen gemeinsam mit Branchenakteuren reflektiert und weiterentwickelt werden, um ihre praktische Anwendbarkeit sicherzustellen.

Die Dissertation leistet damit einen Beitrag zur Circular-Economy-Forschung, indem sie bestehende theoretische Ansätze um eine branchenspezifische, mechanismenorientierte Perspektive auf organisationale Transformationsprozesse in hochregulierten Industrien erweitert. Gleichzeitig verfolgt sie das Ziel, wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Handlungsempfehlungen für Unternehmen und weitere Akteure der Elektroinstallationsbranche bereitzustellen, um den Übergang von einer überwiegend linearen zu einer zirkulären Wertschöpfung zu unterstützen.

 

Vortragstätigkeit:

  • Konferenz ICC 2027 in Perth Australien (geplant für Februar 2027)

     

Publikationen:

  • Circular Economy Adoption in Germany’s Electrical Installation Sector

  • Status Quo der Dynamic-Capabilities-Forschung. Systematische Analyse zum bisherigen Forschungsstand und Herleitung eines dynamischen Managementmodells

     

Sonstige wissenschaftliche Aktivitäten/Mitgliedschaften:

  • Academics for Circular Economy e.V.